Schweden-Punsch mit Schuß

Erlebnisbericht Stockholm

Bilder sind in Bearbeitung


EM-Qualifikationspiel Schweden-Deutschland 3:5
15.10.2013 Solna Friends Arena, 49251 Zuschauer

Nach dem atemberaubenden 4:4 zwischen Deutschland und Schweden im Berliner Olympiastadion vor einem Jahr währten die Überlegungen nicht lange, sich auch das Rückspiel in Schwedens Hauptstadt mit unserer bekannten Berliner Reisegesellschaft anzusehen. 


1. Tag, Mo. 14.10.2013 

 

Die üblichen Vorbereitungen wie Flug- und Ticketbuchungen waren professionell erledigt. Die Mission konnte starten.
Treffpunkt war wie sooft der Terminal von AirBerlin in Tegel. Es war Montagvormittag und viele waren noch in Gedanken der gerade beginnenden Arbeitswoche. Es dauerte nicht lange und alle Gruppenreisende waren vollzählig erschienen. Am Eingang des Terminals tummelten sich einige rot-weiße Fußballfreunde. Fremde Gesichter, das werden doch nicht.... Nein waren es nicht. Hätte uns auch sehr gewundert, wenn die ewig jammernden und benachteiligten Proleten aus dem Südosten sich zeigen würden. Nein, es waren Hallenser aus Halle Ost. Gute Jungs, wie sich noch einige von uns aus lange zurück liegenden Zeiten erinnerten. Man registrierte sich respektvoll.
Der Flug entwickelte sich dieses Mal nicht zu einer sangestrunkenen Ouvertüre. Montägliche Mittagsstunden sind dafür wohl nicht angetan. Der Flughafen Arlanda-Stockholm erinnerte eher an eine beschauliche Provinzstation als an einen Hauptstadtflughafen. Aber gut, wir Berliner sollten nicht lästern. Der Bustransfer war angefragt und nach dem „fast“ alle ein Ticket hatten ging es nun per Flygbussarna Richtung Hotel. Jetzt wurde es das erste Mal richtig gemütlich. Ulli hatte Geburtstag und ließ 5 Flaschen „Dynamo-Blut“ kreisen. Selbst schwedische Mitreisende waren beeindruckt und der BFC im skandinavischen Land nicht unbekannt. Nach einem kleinen erfrischenden Fußmarsch war das Best Western Time Hotel im Norden Stockholm erreicht. Ein ordentliches Haus, mit dem im Nachhinein alle zufrieden waren.
Es war so langsam später Nachmittag, einigen quälte der Hunger – dem Pilgern in die Innenstadt stand nichts entgegen. Laut einem freundlichen deutschsprechenden Schweden war die City in ca. 20 Laufminuten zu erreichen. Na ja, für gut geübte Wandersleute mag dies wohl stimmen, unsere Reisegruppe versteht sich hier anders.  Wir erreichten die City, vermissten anfangs die gewissen Lokalitäten. Im erst besten Pub wurden zwecks Bierpause gestoppt. Spannende Frage waren natürlich die Bierpreise, 71 schwedische Kronen waren nicht ganz 10 EURO, günstiger wurde es nicht mehr. Die ausgeschenkten Guiness / Kilkenny waren jedenfalls lecker.  Andere Deutsche befanden sich bereits im Kneipenviertel. Einige nahmen das Taxi, Geübte einen kleinen weiteren Fußweg. Unterwegs trafen wir die Sektion Westdeutschland, alte Kameraden denen wir auch schon in Krementschuk (Ukraine) begegneten. Nach den üblichen Diskussionen über Tickets, Brasilien und anderen Vorhaben ging`s weiter zum Mittelpunkt des Stockholmer Kneipenviertel. Rund um die Temple Bar traf sich das gesamte Spektrum v.a. Ostdeutschen Fussballvolks, aber auch Kölner, Dortmunder, Gladbacher, Uerdinger usw. Im Liffers hielten wir uns Anfangs am längsten auf. Anfangs eine nette Lokation wo man zu fortgeschrittener Zeit auch mal Singen konnte. Die schwedischen Gastronomen finden dies grundsätzlich nicht schlecht und nehmen den üppigen Umsatz gern mit, man war aber auch ängstlich wegen der Kneipenkonzession. Als die Barkeeper des Liffers uns so langsam loswerden wollten, drehten sie allmählich den Bierhahn zu. Grundsätzlich ihr legitimes Recht, nur sollte man Schweden und Deutsche gleich behandeln. Das Unverständnis hierfür äußerte sich in einer Bierdusche quer über die Bar. Die Barkeeper erkannten den Ernst der Lage und gaben ein paar Freibier aus.
Neben der benachbarten Temple Bar befand sich eine sehr gut gefüllte und stimmungsvolle Musicbar namens „After“. Der Barkeeper dort war aller erste Klasse. Nicht nur das er reichlich Drinks aus schenkte, erfüllten er den zahlreichen erlebnis-orientierten Gästen auch deren Musikwünsche. Man kann im schwedischen Online-Musik-Netz quasi alles abspielen. Die Stimmung und Sangeskraft war am Siedepunkt. Der Abend war sehr gelungen und konnte dann irgendwann auch per Taxifahrt beendet werden.

 

 

2. Tag, 15.10.2013

 

 

 


An einem sehr anspruchsvollen landestypischen Frühstücksbuffet traf sich die Runde. Es gab keine Ausfälle oder sonstige Probleme. Alle resümierten den ersten Abend als lustig und erlebnisreich. Nun stand der Kulturteil an, der sich aber eigentlich auf eine genügsame Standrundfahrt per Bus abkürzen lässt. Per U-Bahn gelangten wir an eine der Hopp-On / Hopp-Off Stationen. Mit dem Fahrer/Kassierer fand sich auch schnell ein akzeptabler Gruppenrabbat. Der war allerdings so hoch, dass der buseigene Ticketautomat diesen nicht auswerfen wollte. Soll sich die Familie des äthiopischen Busfahrer über das nicht quittierte Bargeld freuen. Stockholm ist auch beim Abfahren der Sehenswürdigkeit per Sightseeing-Bus ein sehr beschauliches Städtchen. Wir fragten unseren Busfahrer, was er wohl meint wo wir herkommen. Dieser faselte etwas von Frankfurt, Stuttgart, Köln usw. Die Stadt namens „Reichshauptstadt“ kam dann sehr respektvoll und lautstark über seine Lippen.
Irgendwann war dann auch mal gut mit dem Kulturteil. Einige zogen sich zurück ins Hotel, die Anderen an den Tatort des letzten Abends. Und wieder war die Temple Bar und Umgebung gut besucht  von deutschen „Touristen“. Der Spielbeginn um 20:45 Uhr rückte langsam näher. Per U-Bahn und Fußmarsch erreichte man die hochmoderne Operetten-Friends-Arena im Vorort Solna. Alles neu gebaut und vieles noch nicht fertig. Tickets wurden reichlich angeboten, die Luft war wohl schon vor Beginn auf Grund der Qualifikation raus. Das Stadion bestens gefüllt, genau wie der deutsche Block. Der Spielverlauf hätte eine gute deutsche Stimmung vermuten lassen. Dem war aber nicht so. Nichts war organisiert, die Gruppen doch wohl zu verschieden und überhaupt ist dem DFB ja auch nicht an unkontrollierten Sprechchören gelegen.
Nach dem Spiel sollte es per Taxi zurück ins Hotel gehen. Dass die Taxistationen weiter entfernt und schwieriger erreichbar waren als die U-Bahnen sei nur am Rande erwähnt. Getränke hatte jeder noch reichlich dabei und die mussten ja irgendwie vertilgt werden. Vor dem Hotel gab es einen einladenden Außenbereich. Ein paar Alibi-Cola wurden beim Barkeeper geordert und schon konnten die mitgebrachten Getränke getilgt werden. So fand alles einen sehr gemütlichen und siegestrunkenen Abschluss. Der Wachschutz erklärte zwar, dass nach 23:00 Uhr die Geselligkeit beendet werden sollte, vergaß aber dies zu kontrollieren.

 

 

3. Tag, 16.10.2013

 

 


Nach dem wiederum köstliche Frühstück erreichten alle per Taxi den ca. 40 km entfernten Flughafen 
Arlanda. Am späten Nachmittag erreichten wir wieder Berlin und alles löste sich in vollster Zufriedenheit auf.

 

 

Auf zu neuen Erlebnissen... !